Der Erfinder der modernen Zahnpasta und der Zahnpastatube

Der amerikanische Zahnarzt Dr. Washington Wentworth Sheffield (1827 bis 1897) erfand die moderne Zahnpasta und – zusammen mit seinem Sohn – auch die Zahnpastatube.

Dr. Washington Wentworth Sheffield wurde am 23. April 1827 in North Stonington, Connecticut, geboren. Nach seiner Ausbildung wurde er einer der erfolgreichsten Zahnärzte und Kieferchirurgen in den Vereinigten Staaten. Auch sein Sohn Lucius Tracey Sheffield (1854 bis 1901) studierte wie sein Vater Zahnheilkunde und Kieferchirurgie. Lucius machte in Paris eine wegweisende Entdeckung: Am Fluss Seine beobachtete er, wie Freilichtmaler Quetschtuben mit Schraubverschluss zur Aufbewahrung ihrer Farben verwendeten. Ihm kam die Idee, dass sich Tuben auch für die von seinem Vater entwickelte Zahncreme eignen könnten, um die Creme wirkungsvoll zu präsentieren, geschützt aufzubewahren und hygienisch auf Zahnbürsten zu verteilen. Die von seinem Vater Mitte der 1870er-Jahre konzipierte fertig angerührte Zahncreme „Créme Angélique Dentifrice“ enthielt Minzextrakte, die einen angenehmen Geschmack im Mund hinterließen. Das schmeckte seinen Patienten so gut, dass Sheffield 1880 seine eigene Produktionsfirma gründete.

1880 entwickelte er eine neue Formel: „Dr. Sheffield‘s Créme Angélique Dentifrice“, die noch heute produziert wird. Anfangs erwarb die Sheffield Dentifrice Company noch Tuben, um die Zahnpasta zu verpacken. Ab 1892 begann das Unternehmen mit der Herstellung eigener Tuben. Ab 1896 verkaufte Colgate & Company eine

Zahncreme, die Sheffields fertige Zahnpasta nachahmte und ebenfalls in Tuben verkauft wurde. Übrigens: Wieder gut zehn Jahre später verkaufte ein Apotheker aus Sachsen, Dr. Ottomar Heinsius von Mayenburg, seine in Metalltuben abgefüllte spezielleZahncreme als Weltneuheit: Die Marke Chlorodont war geboren und entwickelte sich höchst erfolgreich. Nach Vater und Sohn Sheffield hingegen muss man im deutschsprachigen Raum schon sehr suchen, sie gehören eher zu den „Hidden Figures“ der Geschichte der Zahnmedizin.

ERFINDUNG DER VERSCHLIESSBAREN TUBE

Mit dieser Erfindung hatte die Schweinsblase ausgedient. Der amerikanische Maler John Goffe Rand erfand vor über 175 Jahren eine praktische Farbenverpackung aus Blei: Metall wurde unter eine Handpresse gelegt, gewickelt und mit einem Gewinde versehen. Fertig war die Tube und Rand erhielt ein Patent. Die Tube half nicht nur den impressionistischen Freiluftmalern, ihre malfertigen Farben zu verschließen, wenn sie unterwegs waren, sondern auch der Zahngesundheit: Schon um 1830 füllten Apotheker Zahncreme in Zinntuben, die allerdings kein Gewinde hatten. 1892 begann der Zahnarzt Dr. Washington Wentworth Sheffield, Zahncremetuben mit Schraubverschluss zu verkaufen. Etwa ab 1920 bestanden die meisten Tuben aus Aluminium. In den 50er-Jahren kamen die ersten Kunststofftuben auf den Markt, die sich beim Ausdrücken nicht verformten.

QUELLE: Zeit für die Zähne