Mythen und Legenden Rund um die Zähne

Mythen und Legenden gibt es auch in unseren modernen, aufgeklärten Zeiten viele. Manche halten sich hartnäckig über viele Generationen hinweg. Heutzutage scheinen vor allem die „Social Media“ und Internetforen die beste Plattform für ihre Verbreitung zu sein. Auch in Sachen Zahngesundheit und Zahnpflege kursieren viele Mythen, die zahnmedizinisch betrachtet den Fakten nicht standhalten und sich im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdend auswirken. „Zeit für Zähne“ hat die geläufigsten Mythen einmal zusammengestellt und mit den „harten“ Fakten konfrontiert

Schlechte Zähne sind erblich.

Das trifft ebenfalls nicht zu. Auch wenn viele körperliche Merkmale wie zum Beispiel die Augenfarbe oder die Körpergröße erblich sind, gibt es kein Gen für schlechte Zähne. Jedes Kind kommt mit der Anlage zu gesunden Zähnen zur Welt und kann diese auch ein Leben lang behalten, wenn die Mundpflege stimmt.

Ein Apfel ersetzt das Zähneputzen

Leider weit gefehlt. Es handelt sich hier um das vielleicht hartnäckigste Zahngerücht und ist wohl daraus entstanden, dass dem Apfel viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden. In der Tat ist ein Apfel ein gesundes Nahrungsmittel, das neben Vitamin C auch viele Mineralstoffe enthält. Aber als Ersatz für Zahnbürste, Zahnpasta & Co. taugt ein Apfel nicht. Denn Äpfel enthalten bekanntermaßen viel Fruchtsäure, die den Zahnschmelz angreift, so dass Karies entstehen kann. Außerdem ist ihr Fruchtzucker der ideale Nährboden für Kariesbakterien. Diese scheiden als Stoffwechselprodukt Säuren aus, die ebenfalls die gefürchteten Löcher im Zahn verursachen können. Das gründliche Kauen beim Verzehr von Äpfeln mag zwar oberflächliche Beläge von den Zähnen entfernen, die hartnäckigen Beläge und die Speisereste, die an schwer zugänglichen Stellen festsitzen, entfernt es aber nicht.

Kaugummikauen erspart das Putzen

Keineswegs. Auch wenn zuckerfreies (!) Kaugummi immer beliebter wird und die Werbung es uns als wirksames zahnpflegemittel verkaufen will, kann es kein Ersatz für gründliches Zähneputzen sein. Richtig ist jedoch, dass das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Zahnpflege sein kann.

Das Kauen regt nämlich die Speichelproduktion an. Speichel neutralisiert nicht nur die gefährlichen Säuren im Mund, er remineralisiert die Zähne durch Inhaltsstoffe wie Kalzium, Fluorid und Phosphat und macht so den Zahnschmelz widerstandsfähiger.

Durch die Bewegungen im Zungen- und Backenbereich beim Kauen erfolgt außerdem eine mechanische Reinigung von Zähnen und Zunge. Dennoch sollte man es mit dem Kauen nicht übertreiben: Permanentes Kaugummikauen kann das Kiefergelenk überlasten und schmerzhafte Folgen haben.

Immer von rot nach weiß putzen

Ganz so einfach ist es nicht. Wer immer nur vom Zahnfleisch aus in Richtung Zahnkrone putzt, gelangt mit der Zahnbürste nicht unter den Zahnfleischrand, also an die Stellen, an denen sich Bakterien besonders gerne ansiedeln und Zahnhalskaries und Parodontitis hervorrufen können. Der Zahnarzt und sein Praxisteam erklären gerne, wie man sich die Zähne richtig putzt: mit der sogenannten „Bass“- oder Rütteltechnik, bei der die Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel genau am Zahnfleischrand angesetzt und mit leichten rütteln-den Bewegungen auf der Stelle bewegt wird. Mit einer leichten Drehbewegung nach oben, in Richtung der Zunge, gelangt man ein Stück weiter. Durch diese Putztechnik werden Speisereste aus den Zahnfleischtaschen und Zahnzwischenräumen geholt und Beläge von den Zähnen gelöst.

Ein toter Zahn macht keine Schmerzen

Das Gegenteil ist wahr. Auch wurzelbehandelte Zähne, die keinen Zahnnerv mehr haben, können Ursache für eine Entzündung sein. Eine solche Entzündung, die den Knochen um die Zahnwurzel befällt, kann Schmerzen verursachen. Hier kann nur der Zahnarzt helfen.

QUELLE: Zeit für die Zähne