Wurzelbehandlung- Wir räumen mit Vorurteilen auf

Eigentlich handelt es sich um falsche Vorstellungen aus einer mittlerweile fernen Vergangenheit, aber viele Zahnarztpatienten plagt die Sorge, bei der Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung, wissenschaftlich „Endodontie“) handele es sich um etwas ganz Schreckliches.

Eine Wurzelbehandlung tut weh
Die Wahrheit ist:
Durch die heute verwendeten lokalen Betäubungsmittel und speziellen hochfeinen Instrumente lässt sich die Behandlung schmerzfrei durchführen. Danach kann es für wenige Tage zu einer Bissempfindlichkeit kommen. Wenn notwendig, verschreibt der Zahnarzt ein Schmerzmittel.

Wurzelbehandelte Zähne zerbrechen häufig
Die Wahrheit ist:
Eine Wurzelbehandlung wird meist wegen einer tief reichenden Karies notwendig. Dadurch ist die Zahnkrone in der Regel stark geschädigt. Dazu kommt es während der Behandlung zu einem gewissen Verlust an Zahnsubstanz. Wenn der Zahn aus diesen Gründen nicht mehr stabil genug ist, schützt der Zahnarzt den Zahn mit einer Krone.

Bei der Wurzelkanalbehandlung wird die Wurzel gezogen:
Die Wahrheit ist:
Es wird lediglich das Innere der Wurzel behandelt, die Wurzel als solche bleibt erhalten.

Wurzelbehandelte Zähne stellen eine Gefahr dar
Ganz im Gegenteil:
Gerade nicht behandelte Entzündungen der Zahnwurzel stellen eine Infektionsquelle im Körper dar, sogar wenn der Zahn völlig schmerzfrei ist. Sobald die behandelten Wurzelkanäle entzündungsfrei sind, verschließt der Zahnarzt die Wurzel mit einem speziellen Füllmaterial. Dazu stehen heute verschiedene Materialien zur Verfügung, denen gemeinsam ist, dass sie biologisch gut verträglich sind und den Wurzelkanal hermetisch gegen erneutes Eindringen von Bakterien verschließen.

Implantate sind besser als eine Wurzelkanalbehandlung
Die Wahrheit ist:
Die Rettung des natürlichen Zahns ist in den meisten Fällen dem künstlichen Ersatz vorzuziehen. Nach einer erfolgreichen Wurzelkanalbehandlung bleiben Kaugefühl und Kauleistung unverändert. Vergleicht man Implantate und wurzelbehandelte Zähne, ergibt sich für beide nach fünf bis zehn Jahren eine „Überlebensrate“ von weit über 90 Prozent.

Wurzelkanalbehandlungen sind unbezahlbar
Die Wahrheit ist:
In einer Vielzahl von Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer
Wurzelkanalbehandlung, in anderen muss der Patient einen Eigenanteil bezahlen oder die
Kosten der Behandlung übernehmen. Die Kosten liegen in der Regel deutlich unter denen einer Versorgung mit einem Zahnimplantat und hängen von der Krankenversicherung, vom
(Zeit-) Aufwand der Behandlung und dem Einsatz moderner technischer Mittel ab.

Röntgen beim Zahnarzt bedeutet eine hohe Strahlenbelastung
Die Wahrheit ist:
Die Strahlenbelastung einer kleinen Zahnröntgenaufnahme liegt weit unter der eines Langstreckenflugs. Sie entspricht etwa dem vierhundertsten Teil der natürlichen Jahresstrahlenbelastung.

Quelle: Zeit für die Zähne